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1994
Riesling Spätlese trocken -
Hatzenporter Kirchberg von Gietzen
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Maria und Albrecht
Gietzen gehören zu jenen jüngeren Winzern, die sich einerseits
bei der Weinqualität, andererseits rund um den Wein engagieren.
Bei ihm zeigt sich das unter anderem in der Verantwortung als Bürgermeister,
die er für den Weinort an der Mosel trägt. Bei ihr im Engagement
für das kleine, dem Weingut angeschlossene, familiäre
Hotel.
Architektonisch wird diese Verbindung von Tradition und Innovation
durch den Gebäudekomplex an der Moseluferstraße symbolisiert: Da
steht das alte Winzerhaus mit seinem umrankten Innenhof in der
Verbindung mit dem neuen kleinen Gästetrakt.
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Da
liegen alte Weine im Keller, und neue zeitnahe Gemälde hängen
in einer Ausstellung. Mit zwei Hektar Rebfläche besitzen die
beiden ein typisches Mosel-Familienweingut, und mit 90 %
Riesling auf dieser Fläche haben sie sich der traditionellen
Rebsorte der Mosel verschrieben. Dass auch 10 % Weiß- und Spätburgunder
angebaut werden, zeigt wiederum das Interesse, auch neue
Entwicklungen und neue Weinbaubereiche zu versuchen und zu
erleben.
Weinfreunde und Gäste haben hier gewissermaßen Familien-
anschluss und Winzerleben pur aus erster Hand - und das in sehr
ursprünglicher Form, denn die gesamte Rebfläche des Weingutes
befindet sich im Steilhang hinter dem Ort. Dass hier trotz Süd-
und Südwestlage nur wenig mehr als 60 Hektoliter pro Hektar im
Durchschnitt der Jahre geerntet wird, dokumentiert das Qualitätsstreben
der jungen Winzerfamilie.
DAS ANBAUGEBIET
Die Mosel hat bis 1913 Image und Preis der damals
erschlossenen Weißwein-Welt angeführt. Zwischenzeitlich durch
zwei Kriege und Fehlentwicklungen in Qualität und Marketing
gebeutelt, ist sie heute wieder auf dem Weg nach oben - mit dem
Ziel, den ersten Platz zurückzuerobern. Dabei hilft die
vermutlich schönste Wein-Flusslandschaft (190 Kilometer
geschlossene Rebberg-Länge) und ebenso die weltweite
Rieslings-Renaissance.
DIE
REBSORTE
Riesling
ist die einzige Rebsorte, aus der gleichermaßen Spitzen- weine
in den Geschmacksrichtungen trocken, halbtrocken und mild
gewonnen werden können. Dass sie auch im Bereich der trockenen
Weine heute führend ist, liegt an zumeist jüngeren Winzern,
die mit neuen önologischen Kenntnissen und geringer Ernte
(wenig Menge im Steilhang durch „geringen Anschnitt“ gleich
wenig Trauben) intensive, aber nicht mehr so säurebetonte
trockene Weine erzeugen können. Dass der Riesling auch in
diesem Bereich etwas 2 Grad weniger Alkohol benötigt, um
vollwertig zu sein, ist ein weiterer Vorteil.
DER WEIN
„Sommerweine“
gelten als leicht, frisch, fruchtig und kohlensäure- betont.
Der qualitative Anspruch wird hier eher im mittleren Bereich
angesetzt. Wenn wir den „Hatzenporter“ als „Frühlingswein“
bezeichnen, dann nur wegen seines frühlingshaften Duftes nach
Apfelblüte, Aprikose und Zitrus. Qualitativ ist er nämlich
hochinteressant: Ein vier Jahre alter; hervorragend gereifter
Riesling, rassig, aber nicht sauer, vollwertig, obwohl leicht,
ein Musterbeispiel für die Alleinstellung des Riesling in
Sachen Alkohol. In diesem Fall sind es 10,7 % vol., die
ausreichen, dieser Spätlese eine Klasse zu geben, wie sie ein
Chardonnay mit 13 % vol. hat. Die Harmonie, die vier Jahre
Reifelager gebracht haben, vereint sich wunderbar mit der durch
die feine Frucht getragenen Jugendlichkeit und Lebendigkeit.
SPEISEEMPFEHLUNG
Diese Geschmackskomponenten machen ihn zum Idealbegleiter für
alle Speisen, die in Aspik serviert werden, zu allen Sülzen,
ebenso aber zu Meeresfrüchten in mildfruchtig-säuerlichen Soßen,
zu den verschiedensten Aalzubereitungen ebenso wie zur Vesper,
zur Schlachtplatte oder - ganz moselanisch - zu Gräwes, jenem
Spezialgericht mit Kraut und Geräuchertem. Eine gute
Kombination wäre sicherlich auch die heitere Freundesrunde, in
der Haselnüsse geknabbert werden, und genau dieser Wein
Unterhaltung und Diskussion begleitet.
BEZUGSQUELLE ÜBER:
Winzerhof
Gietzen
Moselstraße 52
56332 Hatzenport / Mosel
Telefon: 0 26 05 / 95 23 71
Telefax: 0 26 05 / 95 23 72
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