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Wiederentdeckt:
Cahors
1997er
Château de Rouffiac
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Es
ist eine dieser Bilderbuchgeschichten, die manchmal das Leben
schreibt: Da gab es einmal ein zu jener Zeit weltberühmtes
Anbaugebiet in Frankreich, zwischen Bordeaux und dem Mittelmeer,
namens Cahors und es hieß, dass sich mit diesen kräftigen
Rotweinen die Zaren und die Päpste eindeckten.
Dann kam die Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts, und
Cahors versank in Bedeutungslosigkeit.
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Da
der Nachbar Bordeaux mit Hilfe des dortigen Weinhandels sehr
schnell wieder an die Weltspitze kam und viele dieser Weinhändler
klammheimlich ihren Bordeaux mit dem inzwischen wieder vorhandenen
Cahors kräftigten, blieb dieses ehemals berühmte Gebiet
weitgehend anonym.
Erst in jüngster Zeit hat sich dies ein wenig geändert, und
genau da setzt die Geschichte von Gabriele und Wulf Wiegand an,
die als Aussteiger ein Weingut dieser Region erwarben und dank
ihres ausgezeichneten Kellermeisters Philippe Ducour gleich im
ersten Jahr, nämlich 1997, einen bemerkenswerten Wein
erzeugten.
Ihr Erfolgskonzept ist bei Qualitätswinzern inzwischen recht
bekannt. Radikaler Rebschnitt gleich wenig Ertrag, dazu Rückschneiden
der Trauben im Juli gleich noch weniger Ertrag (etwa 40 Hektoliter
/ Hektar, Vorschrift laut AOC ist 55 Hektoliter / Hektar) und
schließlich eine manuelle Ernte sowie mindestens 16 Tage Maischegärung
mit biologischem Säureabbau. Nachdem das Cahors relativ spät
AOC-Gebiet geworden ist, steht nun eine Klassifizierung an und
ganz vorn dabei werden mit Sicherheit die beiden Deutschen sein,
die übrigens auch schöne Gästezimmer vermieten.
DAS
ANBAUGEBIET
Die Region ist klein, gerade
mal etwa 30 Kilometer in Ost-West-Richtung und 20 Kilometer in
Nord-Süd-Richtung groß. Sie liegt jeweils 200 Kilometer vom
Atlantik und vom Mittelmeer, wie auch von den Pyrenäen entfernt,
mitten im Südwesten Frankreichs am Lot, dem Nebenfluss der
Garonne.
DIE
REBSORTE
70 bis 75 % der Cahors und damit auch des Château de
Rouffiac kommen aus der Malbec-Traube, die in anderen Teilen
Frankreichs auch als Côt und in Cahors selbst als Auxerrois
bezeichnet wird (Auxerrois ist in Deutschland eine Weißburgunder-Spielart).
Dazu kommen 25 bis 30 % Merlot und der Rest ist Tannat. Die Malbec
gibt den Weinen die kräftige, kantige Art und farbliche Tiefe,
die soweit geht, dass der Cahors früher als vin noir (schwarzer
Wein) bezeichnet wurde. Auch die Merlot trägt zu diesem Charakter
durch ihren Körperreichtum bei, rundet andererseits durch ihre
milde Art.
DER WEIN
Ein
gedecktes tiefes Rot, fast schwarz im Glas. Duft nach Kirschen,
etwas Leder und Tabak sind auch dabei. Stoffig im Mund, säure-betont,
rau, ein ehrlicher kantiger Wein in klassischer Rotwein-Art,
intensiv ohne Barrique-Ausbau (!) und mit deutlichen Fruchtaromen.
Einer, der sich nicht beim ersten Probeschluck entfaltet und schon
gar nicht in kleinen Gläsern, sondern ein traditioneller (und
traditionsreicher) Roter, der seine Bekömmlichkeit erst nach
einigen Gläsern deutlich macht. Verblüffend, dass ein solcher
Wein bei vergleichsweise geringer Säure ein so hohes, in dieser
Region typisches Alterungspotential hat, verblüffend ebenso, dass
er dabei mit einem recht niedrigen Alkoholgehalt auskommt.
SPEISEEMPFEHLUNG
Mit
seiner würzigen Art, die sich mit zunehmendem Alter noch stärker
ausprägen wird, passt er gut zu herzhaft gewürzten,
unkomplizierten Gerichten, wie etwa Lammkoteletts mit Kräutern
der Provence. Ebenso zu vielen anderen Braten, die auch eine gute
Portion Knoblauch vertragen und schließlich zu herzhaft würzigen
Pizzen und rauchigen, salzigen Schinken, wie auch zu trockenen, kräftigen
Salamis.
BEZUGSQUELLE
ÜBER:
Weingut
und Gästehaus:
Gabriele und Wulf Wiegand in
F-46700 Puy L'Evéque
Telefon: 00 33-5 65 / 36 54 27
Telefax: 00 33-5 65 / 36 44 14
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