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An Negra - Mallorcas Kultwein
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Fancesc Grimalt, Pere Ignasi Obrador und Miquelàngel
Gerdà sind die Männer hinter Anima Negra oder, wie er heute
aus rechtlichen Gründen schlicht heißt: An. Mit dem Anima Negra
Jahrgang 98, einem (fast) reinsortigen Rotwein aus der
autochthonen Rebsorte Callet, katapultierten sich die drei Jungs
aus Felanitx auf die Top-Ränge der Inselweine. Seither gilt Anima
Negra bzw. An als der Kultwein Mallorcas. Welches Geheimnis steckt
dahinter? |
Schwer zu greifen. Soviel wurde bei unserem Besuch klar. Hier
arbeiten drei Männer mit Lust zum Ungewöhnlichen, mit Offenheit für
jede Inspiration, mit passionierter Kompromisslosigkeit ideal
zusammen, und der Humor scheint ihnen dabei nicht auszugeben. Glaubt
man ihrer Erzählung, wurde das Weingut An Negra aus einer
Schnapslaune heraus geboren, vor zehn Jahren um 4 Uhr morgens auf
dem Volksfest von Felanitx.
Vom ersten Wein haben sie gerade mal zwei Fässer gemacht. Das war
auf dem Bauernhof von Pere (heute ist dort das Weingut). Er betrieb
damals mit 200 Kühen Milchwirtschaft. Vergoren wurde der Wein in
Peres Milchtanks. Miquelàngel fuhr da noch mit Touristen, die sein
Boot chartern konnten, aufs Meer hinaus. Francesc war der einzige
Weinprofi, arbeitete als Önologe für Santa Catarina (Andratx), hatte
seinen Beruf in Madrid, im Penedes und im Priorat gelernt. Dann
machten die drei Nagel mit Köpfen. Pere verkaufte seine Kühe,
Miquelàngel sein Boot, damit schafften sie sich Fässer an, pachteten
Weingärten.
Heute versuchen sie, rund um Felanitx so viele Callet-Lagen wie
möglich zur Verfügung zu haben. Um sie zu kriegen, nehmen sie auch
jede andere Rebsorte mit in Kauf, genauso jüngere Rebstocke, obwohl
sie An nur aus den ältesten machen, deshalb reicht das Rebstockalter
von 20 bis zu 80 Jahren. 70% ihres Reblandes haben sie gepachtet,
das bearbeiten sie selbst. Die restlichen Trauben kaufen sie zu,
kontrollieren aber überall die Arbeit im Weinberg, den Schnitt, die
Selektion der Trauben etc. Vergoren wird ihr Wein nach wie vor in
Peres Milchtanks. Sie haben sich als optimal erwiesen, allein schon
durch die große Oberfläche. Neue wurden dazugebaut, aus lackiertem
Beton; aber auch in Holzfässern, die nach den Proportionen der
Milchtanks geküfert wurden, fermentiert der Wein, und zusätzlich
noch in Barriquefässern, bei denen einfach das Spundloch offen
bleibt - in solcher Variationsbereitschaft scheint ein wichtiger
Teil des Erfolgs zu stecken, gerade auch bei der Reifung.
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